Gegradete Exemplare ikonischer Karten — allen voran der Base-Set-Charizard — haben auf Auktionen wiederholt Rekordsummen erzielt, ein Vielfaches des Werts ungegradeter Exemplare. Auch bei normalen Karten werden PSA-10-Exemplare auf einem eigenen Markt deutlich über dem Raw-Wert gehandelt. Was steckt dahinter, wie läuft es ab, und welche Fehler kosten Geld? Alles in diesem Guide.
Das Wichtigste auf einen Blick
Grading bedeutet: Ein professioneller Gutachter (bei Firmen wie PSA, CGC oder Beckett/BGS) schaut sich deine Karte genau unter der Lupe an — buchstäblich. Er prüft Ecken, Kanten, Oberfläche und Zentrierung. Das Ergebnis ist ein numerischer Grade von 1 (stark beschädigt) bis 10 (Gem Mint — perfekt). Die Karte wird in einen versiegelten Hartplastik-Slab eingeschlossen. Der Grade steht dann dauerhaft fest und ist öffentlich verifizierbar. Käufer weltweit vertrauen diesen Bewertungen.
Die drei großen Grading-Firmen: PSA (Professional Sports Authenticator) — die bekannteste mit dem größten Markt. CGC (Certified Guaranty Company) — wachsend, oft kürzere Wartezeiten. BGS/Beckett — bekannt für sehr strenge Bewertungen.
Grade 10 "Gem Mint" — praktisch perfekte Karte, scharf zentriert, keine Fehler erkennbar. Grade 9 "Mint" — minimale Unvollkommenheiten, die man nur bei genauer Betrachtung sieht. Grade 8 "Near Mint-Mint" — leichte Abnutzung sichtbar, aber optisch noch sehr ansprechend. Grade 7 und darunter — sichtbare Gebrauchsspuren, im Sammlermarkt deutlich weniger gefragt. Wichtig: Der Unterschied zwischen PSA 9 und PSA 10 ist mit bloßem Auge oft nicht sichtbar — im Marktpreis aber erheblich.
Zentrierung prüfen: Halte die Karte schräg ins Licht und schau, ob der weiße Rand auf allen vier Seiten gleich breit ist. Ungleichmäßige Zentrierung ist der häufigste Grund, warum es kein PSA 10 wird.


Charizard (Base Set)
Holo RareDer Grading-Klassiker — PSA-10-Exemplare werden auf einem eigenen Markt gehandelt


Charizard ex SIR (151)
Special Illustration RareModernes Grading-Ziel — hohe Nachfrage nach PSA-10-Exemplaren
Grading kostet Service-Gebühren (je nach Anbieter und Service-Level unterschiedlich — aktuelle Preise auf den Websites von PSA, CGC und Beckett), plus Versand und ggf. Zoll für den Weg Deutschland → USA. Diese Fixkosten fallen pro Karte an — unabhängig vom Ergebnis. Daraus folgt die Marktlogik: Je niedriger der Raw-Wert einer Karte, desto größer der Anteil, den die Grading-Kosten auffressen. Und: Ein erhoffter Grade ist nie garantiert — viele "Near Mint"-Karten vom Zweitmarkt haben Mikrokratzer, die erst der Gutachter sieht, und kommen als PSA 8 zurück.
Hinweis: CGC bietet oft günstigere Einstiegsoptionen — für Karten im mittleren Wertbereich in der Community eine viel genutzte Alternative zu PSA.
Schritt 1: Karte direkt nach dem Öffnen double sleeved lagern — nie mit bloßen Händen anfassen. Schritt 2: Unter guter Beleuchtung die Zentrierung prüfen und auf Kratzer, Weißkanten und Oberflächen-Dellen untersuchen. Schritt 3: Nur wirklich vielversprechende Karten einsenden — die Fixkosten fallen pro Karte an, unabhängig vom Ergebnis. Schritt 4: Online-Konto beim Grading-Anbieter anlegen, Karte einsenden, Wartezeit einplanen (je nach Service-Level Wochen bis Monate). Schritt 5: Den Slab nach Erhalt direkt auf der Website des Anbieters auf Echtheit verifizieren.